Donnerstag, 26. Juni 2014

Architektouren 2014

Auch 2014 lädt die Bayerische Architektenkammer am letzten Juni-Wochenende wieder zu ihren Architektouren ein. Am  28. und 29. Juni 2014 können bayernweit 324 neue und sanierte Objekte aus Architektur, Landschafts- und Innenarchitektur sowie Stadtplanung besichtigt werden. Meist gibt es dazu Führungen und Gespräche mit den Planern und Architekten. Informationen zu allen Projekten, die in diesem Jahr besichtigt werden können gibt es hier.

In diesem Jahr sind auch wieder zwei Projekte dabei, die wir beraten haben:

Wasserschloss Rottendorf
Kuntz und Brück Architekten

Umbau und Erweiterung eines denkmalgeschützten Pfarrhauses zu Veranstaltungsräumen und Gemeindebibliothek.

Niedrigenergiegebäude im Denkmalschutz



Foto: Karlheinz Karcher
Staatliche Fach- und Berufsoberschule Würzburg
Hofmann Keicher Ring Architekten
Hetterich Architekten

Schulgebäude mit sechs Werkstätten, vierzehn Lehrsälen und Verwaltung; hochwertiger Ausbau

EU GreenBuilding Standard




Dienstag, 10. Juni 2014

Wasserschloss Rottendorf


Ich habe einen kleinen Ausflug an Pfingsten spontan für ein paar Schnappschüsse (leider nur mit dem Mobiltelefon) des frisch renovierten Wasserschlosses in Rottendorf genutzt. Planung und Projektleitung für die Sanierung des rund 500 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäudes lagen beim Architekturbüro kuntzundbrück
Unser Büro war für das Energiekonzept beauftragt. Trotz strenger Vorgaben des Denkmalschutzes haben wir es erreicht, dass die Grenzwerte der Energieeinsparverordnung deutlich unterschritten werden. Möglich wurde dies durch die Verwendung von kapillaraktiver Innendämmung (ein Dämmpaket an der Außenseite verbietet sich hier natürlich) und die Nutzung oberflächennaher Geothermie.  


Das Gebäude wird jetzt von der Gemeinde Rottendorf als Bücherei mit Cafe genutzt. Zusätzlich entstand ein kleiner Park im Zentrum des Dorfes. Ein Ausflug dorthin lohnt sich allemal. Weitere Informationen und Fotos gibt es auf den Seiten des Architekturbüros kuntzundbrück und der Gemeinde Rottendorf.  

Montag, 2. Juni 2014

Einladung zum 3. Tag der Forschung



Termin: 30. Juni 2014 - 13:30
Ort: Hochschule für Technik HFT Stuttgart

Innovatives Bauen
Bauen – Innovative Materialien – Gebäude und Stadt

An der HFT Stuttgart haben Planen und Bauen seit langem einen besonderen Stellenwert in Forschung und Lehre. Innovatives Bauen ist wesentlich für das Gelingen der Energiewende, für die Herausforderungen des demographischen Wandels und für den Erhalt der Qualität unserer Städte.
Dafür arbeiten HFT Forscher an innovativen Materialien wie Membranen oder Vakuumdämmung, an der neuen Verwendung von Naturmaterialien wie Lehm, Bambus etc. aber auch an modernen Methoden zur Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Wir wollen uns der durchaus kontroversen Diskussion mit Ihnen stellen, wieweit unsere Städte gedämmt werden sollen und welche Materialien sich aus Energie- und Ressourcensicht am besten eignen.
Im zweiten Themenblock präsentieren wir Forschung an innovativen Fabrikkonzepten und Bürobauten bis hin zu energieautarken Kommunen und Sanierungskonzepten für die Barockstadt Ludwigsburg. Reflektionen zu einer nachhaltigen Baupolitik eröffnen die Diskussion über Gebäude und Quartiere der Zukunft.
Wir freuen uns auf einen angeregten Erfahrungsaustausch, interessante Kurzvorträge und eine engagierte Debatte.
Programm, Anmeldung (kostenlos) und weitere Informationen: HFT Stuttgart

Freitag, 23. Mai 2014

Spatenstich der Feuerwehr Wertheim


Der Neubau der Feuerwache ist das derzeit größte kommunale Bauprojekt in Wertheim. Das Investitionsvolumen umfasst 6,8 Millionen Euro. Die Feuerwache Wertheim hat einen besonderen Stellenwert: Sie ist nicht nur Einsatzzentrale der Wertheimer Wehr (505 Aktive in 14 Abteilungen, 216 Einsätze im Jahr 2013), sondern dient auch als Ausbildungszentrum für Wertheim und den gesamten nördlichen Main-Tauber-Kreis. Außerdem stellt die Feuerwehr Wertheim den Gefahrgutzug für den Main-Tauber-Kreis und fungiert als zentrale Atemschutzwerkstatt für den gesamten Landkreis. (Pressemitteilung der Stadt Wertheim vom 21. 05. 2014)


Die Stadt Wertheim hat es sich schon vor vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben, bei Sanierungs- und Neubauprojekten die gesetzlichen Vorschriften zur Energieeinsparung weit zu übertreffen. So wurde beispielsweise die "Generalsanierung der Comenius Realschule Wertheim"  als Pilotprojekt der Deutschen Energieagentur dena mit dem Label Good Practice Energieeffizienz ausgezeichnet.

Auch der Neubau der Feuerwehr soll mit unserer Hilfe wieder möglichst energieeffizient werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2015 vorgesehen.


Montag, 5. Mai 2014

Sponsoring Hafensommer Würzburg

Das Ingenieurbüro Leiser ist auch in diesem Jahr wieder Sponsor des Hafensommer WürzburgFast 1000 Gäste/Künstler aus nahezu 40 Nationen und 5 Kontinenten waren mittlerweile in den ersten sieben Jahren auf der Hafensommer-Bühne zu erleben. Der Hafensommer hat sich weit über die Grenzen Würzburgs hinaus als viel beachtetes und hochkarätig besetztes Musikfestival etabliert.




Wir unterstützen den Auftritt von Michi Achers Alien Ensemble am 5. August.

"Gerade wurden und werden die Acher-Brüder und Ihre Kollegen mit den nun fast schon legendären The Notwist, einer der großartigsten und innovativsten Bands der deutschen Pop-Historie der letzten zwanzig Jahre, mit ihrem lange erwarteten neuen Album „Close To The Glass“ zu Recht gefeiert. Nach dem großartigen und erinnerungswürdigen Auftritt der Band beim Hafensommer 2013 werden wir in Folge auch in diesem Sommer einen Notwist-affinen Abend präsentieren, mit Micha Acher‘s Alien Ensemble. Der Notwist-Mitgründer Micha Acher spielt seit vielen Jahren in den verschiedensten Formationen und Konstellationen (13&God, Tied & Tickled Trio), ist Produzent (z.B. Kofelgschroa, zweite Band des heutigen Abends) und beispielsweise musikalischer Leiter einer Inszenierung der Dreigroschenoper am Münchner Volkstheater." (Quelle: Hafensommer)


Montag, 9. Dezember 2013

Die neue Energieeinsparverordnung EnEV

Auf dem Weg zum Europäischen Niedrigstenergiegebäude-Standard

Voraussichtlich im Mai 2014 wird die neue Energieeinsparverordnung EnEV in Kraft treten. Sie ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum „Niedrigstenergiegebäude“, das ab 2021 zum Standard in der EU wird. Für Gebäude der öffentlichen Hand gilt dies bereits ab 2019. Was „Niedrigstenergiegebäude“ sein sollen, wird allerdings erst noch festgelegt. Hier werden in den nächsten Jahren noch viele Interessensgruppen versuchen in die eine oder andere Richtung Einfluss zu nehmen. 

Neuer Primärenergiefaktor für Strom

Der Primärenergiefaktor für Strom wird von derzeit 2,6 auf 2,4 abgesenkt und ab 2016 auf 1,8. Damit wird vor allem der steigende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix berücksichtigt. Angesichts eines europaweiten Stromverbunds eine vielleicht etwas zu nationale Sichtweise. Durch diese Absenkung des Primärenergiefaktors werden elektrisch betriebene Heizsystem künftig günstiger bewertet. Dies betrifft vor allem Wärmepumpen. Gerade Luft-Wärmepumpen, die bei kalten Außentemperaturen einen sehr schlechten Wirkungsgrad aufweisen, und ökologisch aus meiner Sicht nicht die erst Wahl darstellen, erfahren so ein Greenwashing par Excellence.

Verschärfung der energetischen Grenzwerte

Der maximal zulässige Jahresprimärenergiebedarf, also quasi der gesamte bewerte Energiebedarf des Gebäudes, wird um 25% gesenkt. Die thermische Qualität der Gebäudehülle in Form der zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten wird um 20% verbessert. Beides gilt jedoch nur für Neubauten und erst ab 2016. Für die Sanierung von Bestandbauten ist keine Verschärfung geplant.

Konfuse Energieeffizienzklassen

Zusätzlich zum bereits vorhandenen Bandtacho werden nun die Energieeffizienzklassen von A+ bis H ausgewiesen. So wie man es von Kühlschränken und Waschmaschinen kennt. Hier beginnt es m.E. etwas konfus zu werden. 

Wir haben somit zwei Bewertungsmaßstäbe: 

  1. Der Primärenergiebedarf wird anhand des Referenzgebäude-Verfahrens ermittelt und ist somit variabel. Das Referenzverfahren berücksichtigt die technische Ausstattung und die architektonischen Gegebenheiten, wie beispielsweise das Verhältnis von Fenster zur Außenhülle.  Die „Effizienzhäuser“ zur Förderung nach KfW werden danach eingeteilt.   
  2. Die  Endenergieeffizienzklassen von A+ bis H hingegen richten sich nach festen Grenzwerten.

Somit ist es möglich, dass beispielweise ein KfW-55 Effizienzhaus je nach Ausführung der Effizienzklasse A zugeordnet wird oder der Effizienzklasse B. Was für uns Fachleute eher ein willkommenes Mehr an Informationen bedeutet, ist für den Laien schwer zu durchschauen. 

Mehr Klarheit gewünscht

In der Pressemitteilung 228/2013 vom 11.10.2013 des Bundesrats heißt es: „Trotz der letztendlich erteilten Zustimmung machen die Länder sehr deutlich, dass sie die vorgelegte Verordnung in wesentlichen Punkten für unzureichend halten. […] Allein durch die verschiedenen parallelen Energiesparvorschriften – Energieeinsparungsgesetz, Energieeinsparverordnung, Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz – leide die Akzeptanz und Transparenz erheblich. Der Bundesrat sieht daher die dringende Notwendigkeit, erhebliche Vereinfachungen in diesem Bereich zu erreichen und fordert die Bundesregierung auf, unverzüglich mit den Ländern eine grundlegende Überarbeitung der entsprechenden Vorschriften anzugehen.“ Aus Sicht des Energieberaters wäre noch hinzuzufügen, dass eine klarere und im Umfang wesentlich kürzere rechtliche Nachweisführung auch wieder mehr Freiraum für eine Energieplanung bspw. mit Hilfe der Gebäudesimulation lassen würde.

#EnEV #Energieeinsparverordnung #Energie

Dienstag, 19. November 2013

Raumkomfort

Raumkomfort als Grundlage energetischer Planung

Die elementarste Funktion von Gebäuden ist es, seine Nutzer und deren Güter vor schädlichen Umwelt- und Witterungseinflüssen zu schützen. Ziel ist es, ein für den Menschen behagliches Umfeld zu schaffen, das der jeweiligen Nutzung angepasst ist. Störungen des Wohlbefindens sollen verhindert werden, um den Komfort des Nutzers zu gewährleisten.
Der Begriff „Komfort“ bedeutet hierbei nicht „Luxus“, wie seine begriffliche Konnotation im deutschen Sprachraum nahelegen mag, sondern die zum Wohlbefinden notwendige Qualität also gewissermaßen der Mindeststandard.

Raumkomfort ist subjektiv

Komfort ist eine subjektive Größe, die von jeder Person individuell je nach Bekleidung, Tätigkeit, Tagesform, Alter, etc. unterschiedlich beurteilt wird. Dennoch kann das Komfortempfinden durch eine Reihe objektiver Kenngrößen wie beispielsweise Lufttemperatur, Strahlungstemperatur, Luftfeuchte, Strömungsverhältnisse, Luftqualität, Geräuschbelastung und Lichtverhältnisse bewertet werden.
Die Vielzahl der Parameter macht die Festlegung von Komfortgrenzen zu einer anspruchsvollen Herausforderung. Professor Ole Fanger hat beispielsweise für den thermischen Komfort die Größen PMV und PPD eingeführt. PMV, Predicted Mean Vote, beschreibt das „voraussichtliche mittlere Urteil“ einer Gruppe von Menschen, ob sie die Raumtemperatur beispielsweise als zu warm, zu kalt oder neutral empfindet. Man beachte, dass das beste Urteil „neutral“ eigentlich keine bewusste Wahrnehmung beschreibt, sondern lediglich die Abwesenheit einer Störung. Die direkt mit PMV korrelierende Größe PPD, Predicted Percentage Dissatisfied, gibt den „voraussichtlichen Anteil Unzufriedener“ mit der thermischen Raumklimasituation an.
Wir erleben gutes Raumklima respektive guten Komfort meist nicht als eine bewusst wahrgenommene Situation. Vielmehr ist unser Wohlbefinden dann optimal, wenn Störungen ausbleiben, wenn uns nicht zu warm oder zu kalt ist, wenn wir nicht geblendet werden etc.

Die Physiologie des Menschen bestimmt den Raumkomfort

Die Grenzen für das Raumklima setzen die Physiologie des Menschen, seine biochemischen und physikalischen Funktionen und den Bedürfnissen und der Notwendigkeit der Wahrnehmung der Umwelt und der menschlichen Informationsverarbeitung.
Der Mensch gehört wie alle Säugetiere zu den homoiothermen Lebewesen. Er kann bzw. muss seine Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau halten und in engen Grenzen regulieren. Er ist durch diese seine Fähigkeit zur Temperaturregulation in gewissen Grenzen von der Außentemperatur unabhängig. Umgebungstemperaturen, die außerhalb des menschlichen  Wohlfühlbereichs liegen, gleicht der Mensch unbewusst durch Körper eigene Reaktionen, wie der Änderung der Hautdurchblutung, dem Schwitzen, bei zu großer Hitze oder Muskelzittern bei Kälte aus. Oder es erfolgen bewusste Reaktionen, wie Anpassen der Bekleidung oder Einschalten der Heizung oder Kühlung.
Neben dem thermischen Komfort hat der Mensch das Bedürfnis nach einer schadstofffreien Umgebung und Atemluft. Die Immission von flüchtigen organischen Stoffen und störenden Gerüchen soll deshalb so weit als möglich reduziert werden. Ebenso ist das Augenmerk auf die mikrobiologische Situation zu richten.
Der akustische und der visuelle Komfort zielen zum einen darauf ab, Beeinträchtigungen der Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu verringern und zum anderen eine bestmögliche menschliche Informationsverarbeitung und Wahrnehmung zu gewährleisten.

Eingriffsmöglichkeiten des Nutzers

Das subjektive Komfort-Empfinden wird auch davon bestimmt, wie und ob der Nutzer Eingriffsmöglichkeiten hat und seine persönliche Situation anpassen kann. Wenn er beispielsweise die Beleuchtung, die Belüftung oder die Temperatur ändern kann, wenn er die Möglichkeit hat Lärm zu reduzieren oder auszuschließen, dann steigert dies sein Komfort-Empfinden und somit seine Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit. Sehr positiv sind zum Beispiel öffenbare Fenster, Arbeitsplatzleuchten und individuelle Sonnen- und Blendschutzvorrichtungen.